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Michael Bublé – To Be Loved

Auf dem Cover seines sechsten Studio-Albums, To Be Loved, begegnet uns Michael Bublé  vor einem leuchtend-orangenen Hintergrund, und dieser trifft die Atmosphäre der 14 Tracks starken Songsammlung auf den Punkt. Denn wie keiner seiner Vorgänger verströmt To Be Loved ein gelöstes Frühlings- und Sommer-Flair mit positiver Energie und einer Lässigkeit in der Interpretation, die ihresgleichen sucht – zumal auch das Repertoire des Albums mit dem Adjektiv „farbenfreudig“ am besten getroffen ist.

Für To Be Loved tat sich Michael Bublé in Vancouver und Los Angeles mit einem Produzenten zusammen, den man ursprünglich aus der Rockmusik kennt: Bob Rock (Metallica, Bon Jovi, Bryan Adams). Es ist vielleicht gerade diese Verbindung unterschiedlichster Genres, die für die hörbare Freude an der Arbeit im Studio gesorgt hat. Dabei ist Bublé seinen Wurzeln treu geblieben und glänzt mit opulenten Big Band-Sounds und einer guten Portion Swing. Unüberhörbar jedoch hat sich auch seine Liebe zu zeitlosen Pop-Phänomenen aus jeder Epoche niedergeschlagen, und die Grenzen der Genretreue haben sich auf der einen Seite zum Soul, auf der anderen zum Doo-Wop erweitert.

To Be Loved besteht aus einem gelungenen Mix von Neuinterpretationen berühmter Klassiker sowie vier Songs, die der kanadische Sänger und Songwriter selbst mitgeschrieben hat. Dazu gehört die erste Single It’s A Beautiful Day, die als gutgelaunter Frühlings-Pusher bereits überall zu hören ist. Das extrem leichtfüssige After All entstand in Zusammenarbeit mit Bryan Adams, der auf der Aufnahme auch zu hören ist. Auch zu den Balladen Close Your Eyes und I Got It Easy, in dessen Refrain Bublé seiner Stimme einen deutlichen Soul-Touch verleiht, hat er selbst seine Songwriterqualitäten beigetragen.

Das Repertoire der Interpretationen besticht durch seine Varietät an Stilen sowie durch seine gekonnte Mischung an bekannten Melodien und einigen persönlichen Favoriten, die bei aller Vielfalt zu einem homogenen Ganzen zusammengewachsen sind. So verneigt Michael Bublé sich gleich zu Beginn des Album mit der Myrow/Gordon-Komposition You Make Me Feel So Happy vor Frank Sinatra, der den Song 1956 zehn Jahre nach dem Einsatz im Film Three Little Girls In Blue zu einem Hit machte. Ebenfalls eine Hommage an Ol‘ Blue Eyes ist zudem Something Stupid, das Michael Bublé in einem wunderbar harmonischen Duett mit Oscar-Preisträgerin Reese Witherspoon zeigt, und zusätzlich nimmt Bublé sich auch des 1959er Hits Come Dance With Me an, das einen herrlich entspannten Rumba-Rhythmus an den Tag legt.

Zu einem echten Highlight liess Bublé die Bee Gees-Ballade To Love Somebody werden. Der leichte Soul-Einschlag im Gesang Bublé’s führt zu einer deutlichen Modernisierung des Hits aus dem Jahr 1967. In Smokey Robinsons Motown-Hit Who’s Loving You, den man auch von Jackson Five hören konnte, erlaubt sich Bublé einen fast authentischen Rock’n’Roll-Sound, bis hin zum Old-School-Gitarrensolo, wobei Bublé gegen Ende des Songs seiner Stimme eine zusätzliche Portion Rauheit zukommen lässt. Ein weiteres Zeugnis seiner Liebe zum Rock’n‘Roll legt zudem der Titelsong des Albums, To Be Loved, ab, der zu den grossen Erfolgen Jackie Wilsons gehörte.

Hörtipps

It’s A Beautiful Day

To Love Somebody

Who’s Lovin‘ You

Somethin‘ Stupid (Feat. Reese Witherspoon)

After All (Feat. Bryan Adams)

Have I Told You Lately (That I Love You)

To Be Loved

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